Vor Ort Report: Steirische Apfelernte

Ende September haben wir Bernhard und Eva Ramminger einen Tag lang bei der Ernte der frisch-saftig-steirisch Äpfel begleitet.

Es war ein herrlicher Herbsttag mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad, als wir Ende September Bernhard Ramminger und seine Frau Eva in ihren Apfelgärten in Gleisdorf besuchten. Ein wunderbarer Tag für einen Ausflug in die schöne Steiermark – und ein perfekter Erntetag. „An Tagen wie heute liebe ich meinen Beruf ganz besonders, ich genieße es sehr, draußen in den Apfelgärten und in der freien Natur zu sein“, so Bernhard Ramminger.

Liebevolle Handarbeit

Als wir vor Ort waren, war die Ernte schon in vollem Gange und erreichte bereits den dritten Durchgang. Denn um beste Qualität zu garantieren, werden die frisch-saftig-steirisch Äpfel nicht etwa alle gleichzeitig, sondern – abhängig von Sorte und Reifegrad – in mehreren Durchgängen gepflückt. Und zwar in Handarbeit: Dabei nimmt man den am Baum hängenden Apfel und dreht ihn um etwa 90 Grad zur Seite. Lässt er sich leicht abnehmen, ist der Apfel reif. Nur vollreife, makellose Früchte gelangen in den Handel, alle anderen werden schon direkt bei der Ernte für die Saftproduktion aussortiert.

Um im Herbst beste Erntequalität sicherzustellen, ist eine intensive Pflege der Apfelbäume unabdingbar. Das ganze Jahr über werden sie mit viel Liebe gehegt und gepflegt. Die Bäume müssen regelmäßig geschnitten und nach der Blüte im Frühjahr ausgedünnt werden, um deren Vitalität zu erhalten und bestmögliche Fruchterträge zu erzielen. „Aus nur 3 bis 4 % der Blüten werden später Früchte“, erklärt Bernhard Ramminger, „die größten und schönsten Äpfel entstehen aus der ersten, zentralen Blüte, der sog. Königsblüte“. Wie alle frisch-saftig-steirisch Obstbauern produziert auch die Familie Ramminger nach den Regeln der integrierten Produktion, um Schädlinge auf natürliche Art fernzuhalten.

Die vollreifen Äpfel werden händisch gepflückt und direkt bei der Ernte aussortiert.

 

 

Konventionelle & Bio-Produktion

Gemeinsam bewirtschaften Bernhard und Eva Ramminger insgesamt 14 ha Anbaufläche. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Bio-Produktion in Gleisdorf, die anderen 7 ha Apfelgärten befinden sich in St. Marein bei Graz und werden konventionell bewirtschaftet. Den Apfelbau-Betrieb in Gleisdorf hat Bernhard Ramminger von seinem Vater übernommen und hat diesen vor drei Jahren erfolgreich auf Bio umgestellt. Die wichtigste Sorte ist dabei der fein-säuerliche Topaz, aber auch süß-saftiger Arlet und der gelbgrüne Golden Delicious werden hier kultiviert. „Darauf sind wir besonders stolz“, so Ramminger, „denn der Golden Delicious ist eine sehr anspruchsvolle Sorte und wird deshalb nur selten in Bio-Qualität produziert.“

Auch die Sorte Golden Delicious wird in den Apfelgärten der Familie Ramminger in Bio-Qualität produziert. Netze schützen die Früchte vor Hagel.

Die Obst Partner Steiermark

Bernhard Ramminger ist aber nicht nur passionierter Apfelbauer, er ist auch Obmann der OPST (Obst Partner Steiermark GmbH). Die Erzeugerorganisation steht hinter der beliebten Marke frisch-saftig-steirisch: Die OPST bündelt rund 300 regionale Apfelproduzenten (konventionell und bio) und stellt durch lückenlose Rückverfolgbarkeit sowie Zertifizierungen die hohe Qualität der Äpfel sicher. Insgesamt verarbeitet die OPST jedes Jahr rund 60.000 Tonnen Äpfel, die österreichweit unter dem Namen frisch-saftig-steirisch und unter der Bio-Marke Von Herzen Biobauern vermarktet werden.
Voraussichtlich bis Ende Oktober, spätestens Anfang November, wird die Apfelernte in der Steiermark abgeschlossen sein. Direkt nach der Ernte werden die Äpfel bei der OPST in Langzeitlagern eingelagert, damit sie bis zum nächsten Jahr frisch und verfügbar bleiben. Bei genau abgestimmter Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird den Früchten unter kontrollierter Atmosphäre Sauerstoff entzogen, sodass sie in eine Art „Dornröschenschlaf“ fallen und – ohne jegliche Qualitäts- oder Geschmackseinbußen – lange haltbar sind.

Veröffentlicht am

14.10.2019