120 Jahre Zaunerstollen
Im Jahr 1905 kreierte der damalige Backstubenleiter Josef Nickerl den mittlerweile weltberühmten Zaunerstollen. Die „süße Legende“ ist seinem Einfallsreichtum und seiner handwerklichen Expertise zu verdanken – und war gewissermaßen ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, lange bevor Begriffe wie „Zero Waste“ in Mode kamen:
Als beim Backen der Oblaten immer wieder Bruchstücke anfielen, suchte Nickerl nach einer Möglichkeit, diese sinnvoll zu verwerten. Die Lösung war ebenso pragmatisch wie genial. Er mischte sie unter eine Haselnuss-Schokoladenmasse, strich diese auf kleine Oblaten und formte daraus handliche Makronen. Aus dieser cleveren Resteverwertung wurde rasch ein Verkaufsschlager – so erfolgreich, dass man die Kreation bald professionalisierte: Der Teig wurde in elegante Rehrückenformen gegossen und mit zartschmelzender dunkler Schokolade überzogen.
Heute ist der Zaunerstollen beliebt wie eh und je. Er ist ein Stück gelebter Geschichte und österreichischer Mehlspeisenkultur. Jedes Jahr verlassen rund 200.000 Zaunerstollen die Backstube in Bad Ischl.